Swisshand auf Schulungsreise in Uganda

Anfang Oktober 2014 hielt sich eine Gruppe von Mitgliedern des Stiftungsrats und Länderverantwortlichen während einer Woche in Uganda auf. Der Besuch war als Schulungsreise konzipiert. Es ging darum, Erfolgsmerkmale sowie Chancen und Risiken der Swisshand-Selbsthilfeprogramme vor Ort vertieft kennenzulernen. Die Swisshand-Delegation besuchte Programmpartner, Programmkoordinatoren, Frauengruppen und Mikrounternehmerinnen in den Armutsgebieten rund um die Hauptstadt Kampala. Die Freude der Programm-Begünstigten und -Mitarbeitenden über den Schweizer Besuch war enorm gross; stolz präsentierten sie das Erreichte. Gemeinsam kam man aber auch auf Schwierigkeiten und Probleme zu sprechen. Zurück in der Schweiz, bereichert durch die vielen Kontakte, wichtigen Einblicke und Einsichten, sind die Länderverantwortlichen nun daran, bei ihrem ehrenamtlichen Einsatz zur Bekämpfung der Armut die neu gewonnenen Erkenntnisse in die Tat umzusetzen.

Tanzende Frauen Uganderin bei der Arbeit
Stiftungsrat Stiftungsrat im Gespräch
Uganderin in ihrem Laden Uganderin auf ihrem Feld
Einheimische im Gespräch mit dem Stiftungsrat Uganderinnen bedanken sich

Swisshand auf Schulungsreise in Uganda

 

 

Gönnerinnen und Gönner besuchten Programme im Nordosten Brasiliens

von Herbert Kuhn und Hildegard Jutz

Im November 2011, vier Jahre nach der Äthiopien-Reise, ermöglichte die Stiftung Offene Hand "Swisshand" ihren Gönnerinnen und Gönnern zum zehnten Mal eine Reise in ein Programmgebiet: Sie führte in den Nordosten Brasiliens. Hier, in der ärmsten und rückständigsten Region dieses Landes, nahmen die Swisshand-Programme, welche Armut durch Schulung und Zugang zu Kleinstkrediten überwinden wollen, vor 17 Jahren ihren Anfang.
Auf dem reichhaltigen Programm der zehntägigen Reise standen Besuche von Swisshand-Partnerorganisationen und vielen Kleinstunternehmerinnen. Die Reisegesellschaft sollte die Sorgen und Herausforderungen, aber auch die Spontaneität und Lebensfreude der Brasilianerinnen und Brasilianer kennenlernen.

Ausgangspunkt war Natal, die Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Norte. Ungeachtet der späten Ankunftszeit wurde die Gruppe bereits auf dem Flughafen aufs herzlichste empfangen – mit beschwingten Rhythmen der Stadtmusik.

Ein erster Höhepunkt war der Empfang der Gouverneurin des Bundestaates im Regierungssitz. Daran schloss sich ein Ausflug in die Umgebung an, wo mehrere von Swisshand geförderte Kleinstunternehmerinnen besucht wurden, beispielsweise vier Frauen, die zusammen eine Garküche betreiben. Bewundernswert war zugleich die reiche Vegetation des tropischen Regenwaldes.

Empfang bei der Gouverneurin Berteriberinnen der Garküche

 

Von Natal ging die Reise weiter nach Mossoró. Auch dort wurden zusammen mit der Partnerorganisation Mikrounternehmen besucht, unter anderem eine Kleinweberei, die Putz- und Waschlappen für den Hausgebrauch herstellt. Am Abend in Icapui, einem romantischen Ort auf den Dünen über dem Meeresstrand, erlebte die Reisegruppe eine stimmungsvolle Überraschung: Im Schein des Vollmonds führte eine Strassentheatergruppe folkloristische Tänze auf. Der Einstand in die Reise wurde gebührend gefeiert.

Von da aus ging es ins Landesinnere des Bundesstaates Ceará, via Canoa Quebrada, einem Ort mit einer ganz eigenen Magie, über Aracati nach Jaguaruana, dem Zentrum der Hängematten-Herstellung, bis Limoeiro, einer typischen Kleinstadt im Sertão. Unterwegs wurden Kleinstunternehmerinnen mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen besucht. Alle zeigten der Gruppe voller Stolz, was sie dank Swisshand aus eigener Kraft erreicht hatten.

Hängematten-Herstellung Hängematten-Herstellung

 

Von Limoeiro ging es nordwärts wieder der Küste zu. Dazwischen wurde halt gemacht in Quixadá, einem Wallfahrtsort, bekannt wegen der markanten Felsformation „Pedra da Galinha Choca“. An diesem Ort nahmen die Aktivitäten von Swisshand mit einem ersten Programm ihren Anfang.

Gönnerinnen und Gönner

 

Letzte Station war Fortaleza, die Hauptstadt des Bundesstaates Ceará. In dieser Grossstadt drehte sich das Programm vor allem um eines: um Abfall. Zusammen mit der Partnerorganisation wurden Kleinst-Initiativen von Abfallentsorgung und Abfallverwertung besucht. Der ohnehin schon eindrückliche Tag endete mit einem unvergesslichen Erlebnis: Das philharmonische Orchester von Ceará gab inmitten des gesammelten Abfalls ein Konzert – darunter Ravels Boléro. Ein surreales Erlebnis, das die grossen Gegensätze in Brasilien treffend illustrierte.

Abfallentsorgung Das philharmonische Orchester von Ceará

 

Den Abschluss der Reise bildete ein Ausflug zum Fischerdorf Prainha do Canto Verde. Die Gruppe erhielt Einblick in ein von einem Schweizer angestossenes Vorzeigeprojekt, das die Bevölkerung des kleinen Fischerdorfes in ihrem Selbstwertgefühl stärkte und eine nachhaltige soziale, gewerbliche und ökologisch verträgliche Entwicklung herbeiführte.

zum Fischerdorf Prainha do Canto Verde Skyline von Fortaleza


Unvergesslich sind die Eindrücke, welche die Reisegruppe mit nach Hause nehmen konnte. Der regionalen Vertreterin von Swisshand, Eulaidia Araujo, und zahllosen Brasilianerinnen und Brasilianern, die freudig mitgewirkt hatten, sei Dank. Sie hatten ein Programm ermöglicht, das alles beinhaltete: abwechslungsreiche Landschaften mit atemberaubenden Stränden, trockenen Savannengebieten, archaischen Felslandschaften, einfachen Dörfern und Städten im Landesinneren sowie boomenden Grossstädten. Überaus eindrücklich waren die Begegnungen mit der Bevölkerung, mit einfachen Leuten aus ärmsten Schichten ebenso wie mit Politikern und Führungspersonen. Abgerundet wurde das Erlebnis mit Kostproben brasilianischer Kultur, mit Musik und Literatur.
Und ganz zentral erhielten die Reiseteilnehmenden vertiefte Einblicke in die Arbeit von Swisshand in Brasilien. Sie konnten sich vor Ort von der aufbauenden, auf Dauer angelegten Wirkung der Programme zur Armutsbekämpfung überzeugen.